Wat näi dortau kaomen is

Ingang: 10.12.2014, Biblioteek

Werbeordner für Torfoleum-Platten der Eduard-Dyckerhoff-Betriebe, Poggenhagen-Hannover um 1950

Werbeordner bestehend aus einem Ringbuch (24,3 x 24,5 cm) mit Ringmechanik. Ordnerdeckel besteht aus schwarzen Kunststoff mit rechtsbündigen goldenen Aufdruck „Eduard Dyckerhoff“. Umfang 19 Seiten, schwarzweiß Fotografien und Text, lose einliegend Werbepostkarte „Torfoleum-Platten“ (Abb.).

1908 gründete Eduard Dyckerhoff im Poggenmoor bei Hannover eine Torfverwertungsfabrik. Diese verarbeitete zunächst Weißtorf für den landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bedarf zu Torfstreu und –mull. Neben dem Inlandsabsatz wurde der Export von Torfmull und Torfstreu nach den USA in den folgenden Jahren aufgenommen. Um sich weitere Marktsegmente zu ersTorfoleumPostkartechließen, errichtete Dyckerhoff 1914 die Torfoleum-GmbH. Der feinporige, faserige Weißtorf sollte nun zur Wärme-, Kälte- und Schallisolierung herangezogen werden. In den nächsten Jahren wurden Wärmedämmmaterialien wie Isolierplatten, Rippenplatten, Wolle und Isolierschnüre entwickelt und hergestellt. 1918 gründete Dyckeroff mit anderen Dämmmaterialienherstellern das Forschungsheim für Wärmeschutz e.V.. Der Verein konzentrierte sich in der Zwischenkriegszeit auf die Erforschung und Erprobung von Wärmedämmmaterialien.

Die Forschung mit Isoliermaterialien führte bei der Torfoleum-GmbH zu weiteren Wärmedämmprodukten, die allerdings mit dem ursprünglichen Rohstoff Torf nichts mehr zu tun hatten. So produzierte ab 1925 eine Tochtergesellschaft der Torfoleum-GmbH Aluminiumfolie zur Luftschutzisolierung. Die überaus leichte und wirkungsvolle Aluminiumisolierung wurde in großen Maßstab im Schiffbau, in der Luftfahrt, für Maschinen und Rohrisolierung und im Kühlraumbau verwandt.

Nach dem zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Nachfolgegesellschaft auf die Fabrikation von Dämmstoffen für den Gebäudebau. Daneben wurde weiterhin Torf abgebaut, nun als Basis hochwertiger Blumenerden für den Erwerbs- und Hobbygartenbau. Infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs ab den 1950er Jahre erlebte der Hobbygartenbau eine erste weltweite Blütephase. Gleichzeitig brach die Nachfrage nach Dämmstoffplatten auf Torfbasis ein. Dies führte dazu, dass die Dämmstofffabrikation zugunsten der Torfsubstrateproduktion eingestellt wurde.

 


 

Ingang: 02.02.2014, Biblioteek

Bestimmungen über die Anwendungen gleichmäßiger Signaturen für topographische und geometrische Karten, Pläne und Risse, hrsg. von der Centraldirektion der Vermessungen im Preußischen Staat, Berlin, 1895, 4. Auflage. 

In der dritten kartografischen Aufnahmeperiode des Preußischen Staatsgebietes, heute allgemein als Preußische Landesaufnahme bekannt, entstanden zwischen 1877 bis 1915 insgesamt 3307 topographische Grundkarten, die sogenannten Messtischblätter im Maßstab 1:25.000. Um diese Arbeit zu bewältigen, gründet der Preußische Staat im Jahr 1875 die Königlich Preußische Landesaufnahme als selbstständige Organisation des Großen Generalstabs. Die Landesaufnahme gliedert sich in die Trigonometrische, -die Topographische- und die Kartographische Abteilung. In allen Abteilungen arbeiteten seinerzeit über 400 Fachleute, nicht eingerechnet eine Vielzahl von Soldaten, die als Vermessungsgehilfen abkommandiert wurden.

Damit dieInternet 002 Messtischblätter universell lesbar waren, d.h. sowohl für den militärischen, als auch für den zivilen Bereich, schrieb das “Centraldirektorium der Vermessungen im Preußischen Staat” einheitliche Signaturen vor. Die so vereinheitlichten und systematisierten Signaturen und Strichstärken sind in dem vorliegenden Buch verbindlich geregelt und umfassen u.a. Flächenkolorit für die Bodennutzung, Darstellung von Grenzlinien oder Darstellung von Nivellementsprofilen. Zusätzlich wurden noch Karten mit Signaturen von der Plankammer der Königlich Preußischen Landesaufnahme herausgegeben. Die ursprüngliche Nutzung der Messtischblätter als Militärkartenwerke lässt sich nicht zuletzt daran erkennen, dass dem Centraldirektorium ein Militär vorstand, in diesem Fall Generalfeldmarschall Graf Moltke.