Neuerwerbungen

Eingang: 5.06.2015, Bibliothek

Dr. W. PH. Schimper: Versuch einer Entwicklungs-Geschichte der Torfmoose (Sphagnum) und einer Monographie der in Europa vorkommenden Arten dieser Gattung, Stuttgart 1858, 96 Seiten mit 27 Kupfertafeln.

Die seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert einsetzende Moor- und Torfliteratur kreiste neben der Frage nach einer effizienten Torfgewinnungsmethode, auch um die Ursprünge der Moore. Dazu gab es zwar verschiedene Theorien, doch die schlüssige wissenschaftliche Erklärung mit einem breiten Konsens stand noch immer aus.

Heute wissen wir, dass Torfmoose (Sphagnum) die charakteristischsten Arten der Hochmoore und eine der wichtigsten Torfbildner sind. Durch den anatomischen Bau ihrer Zellen wirken Torfmoose wie ein Schwamm. So sind sie in der Lage, das bis zu 30fache ihres Trockengewichtes an Wasser aufzunehmen, um dieses nur langsam an ihre Umwelt wieder abzugeben. Stetig wachsen die Pflänzchen, wobei der untere Teil bedingt durch den Lichtabschluss abstirbt und vertorft. Torfmoose sind dadurch für das Wachstum von Hochmooren von nicht zu unterschätzender Relevanz. Bis zu diesem Stand der Wissenschaft war es ein langer forschungsintensiver Weg. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts konnte mit der einsetzenden Professionalisierung der Botanik als Teilgebiet der Biologie für unser heutiges Verständnis adäquat die Pflanzendecke der Moore erforscht werden.

Sphagnum
Schimpers „Versuch einer Entwicklungs-Geschichte der Torfmoose (Sphagnum) und einer Monographie der in Europa vorkommenden Arten dieser Gattung“ veranschaulicht dies. Seine Absicht war es systematisch die Forschungsergebnisse seiner Zeit zu „dieser merkwürdigen Pflanzengruppe“ zusammenzufassen und diese um seine eigenen Untersuchungen zu ergänzen. Seine Monographie lässt sich in drei Teile gliedern: Pflanzensystematik, Pflanzenphysiologie und Pflanzenmorphologie.

Neben seiner wissenschaftsgeschichtlichen Relevenz erhält Schimpers Werk seine Bedeutsamkeit durch die beigelegten 27 farbigen Kupferdrucke. Auf ihnen stellt er detailgenau u.a. den äußeren und inneren Bau der Sphagnen mit dem Feinbau der Zellen dar.

Eingang: 10.12.2014, Bibliothek

Werbeordner für Torfoleum-Platten der Eduard-Dyckerhoff-Betriebe, Poggenhagen-Hannover um 1950

Werbeordner bestehend aus einem Ringbuch (24,3 x 24,5 cm) mit Ringmechanik. Ordnerdeckel besteht aus schwarzen Kunststoff mit rechtsbündigen goldenen Aufdruck „Eduard Dyckerhoff“. Umfang 19 Seiten, schwarzweiß Fotografien und Text, lose einliegend Werbepostkarte „Torfoleum-Platten“ (Abb.).

1908 gründete Eduard Dyckerhoff im Poggenmoor bei Hannover eine Torfverwertungsfabrik. Diese verarbeitete zunächst Weißtorf für den landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bedarf zu Torfstreu und –mull. Neben dem Inlandsabsatz wurde der Export von Torfmull und Torfstreu nach den USA in den folgenden Jahren aufgenommen. Um sich weitere Marktsegmente zu ersTorfoleumPostkartechließen, errichtete Dyckerhoff 1914 die Torfoleum-GmbH. Der feinporige, faserige Weißtorf sollte nun zur Wärme-, Kälte- und Schallisolierung herangezogen werden. In den nächsten Jahren wurden Wärmedämmmaterialien wie Isolierplatten, Rippenplatten, Wolle und Isolierschnüre entwickelt und hergestellt. 1918 gründete Dyckeroff mit anderen Dämmmaterialienherstellern das Forschungsheim für Wärmeschutz e.V.. Der Verein konzentrierte sich in der Zwischenkriegszeit auf die Erforschung und Erprobung von Wärmedämmmaterialien.

Die Forschung mit Isoliermaterialien führte bei der Torfoleum-GmbH zu weiteren Wärmedämmprodukten, die allerdings mit dem ursprünglichen Rohstoff Torf nichts mehr zu tun hatten. So produzierte ab 1925 eine Tochtergesellschaft der Torfoleum-GmbH Aluminiumfolie zur Luftschutzisolierung. Die überaus leichte und wirkungsvolle Aluminiumisolierung wurde in großen Maßstab im Schiffbau, in der Luftfahrt, für Maschinen und Rohrisolierung und im Kühlraumbau verwandt.

Nach dem zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Nachfolgegesellschaft auf die Fabrikation von Dämmstoffen für den Gebäudebau. Daneben wurde weiterhin Torf abgebaut, nun als Basis hochwertiger Blumenerden für den Erwerbs- und Hobbygartenbau. Infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs ab den 1950er Jahre erlebte der Hobbygartenbau eine erste weltweite Blütephase. Gleichzeitig brach die Nachfrage nach Dämmstoffplatten auf Torfbasis ein. Dies führte dazu, dass die Dämmstofffabrikation zugunsten der Torfsubstrateproduktion eingestellt wurde.

 


 

Eingang: 02.02.2014, Bibliothek

Bestimmungen über die Anwendungen gleichmäßiger Signaturen für topographische und geometrische Karten, Pläne und Risse, hrsg. von der Centraldirektion der Vermessungen im Preußischen Staat, Berlin, 1895, 4. Auflage. 

In der dritten kartografischen Aufnahmeperiode des Preußischen Staatsgebietes, heute allgemein als Preußische Landesaufnahme bekannt, entstanden zwischen 1877 bis 1915 insgesamt 3307 topographische Grundkarten, die sogenannten Messtischblätter im Maßstab 1:25.000. Um diese Arbeit zu bewältigen, gründet der Preußische Staat im Jahr 1875 die Königlich Preußische Landesaufnahme als selbstständige Organisation des Großen Generalstabs. Die Landesaufnahme gliedert sich in die Trigonometrische, -die Topographische- und die Kartographische Abteilung. In allen Abteilungen arbeiteten seinerzeit über 400 Fachleute, nicht eingerechnet eine Vielzahl von Soldaten, die als Vermessungsgehilfen abkommandiert wurden.

Damit dieInternet 002 Messtischblätter universell lesbar waren, d.h. sowohl für den militärischen, als auch für den zivilen Bereich, schrieb das „Centraldirektorium der Vermessungen im Preußischen Staat“ einheitliche Signaturen vor. Die so vereinheitlichten und systematisierten Signaturen und Strichstärken sind in dem vorliegenden Buch verbindlich geregelt und umfassen u.a. Flächenkolorit für die Bodennutzung, Darstellung von Grenzlinien oder Darstellung von Nivellementsprofilen. Zusätzlich wurden noch Karten mit Signaturen von der Plankammer der Königlich Preußischen Landesaufnahme herausgegeben. Die ursprüngliche Nutzung der Messtischblätter als Militärkartenwerke lässt sich nicht zuletzt daran erkennen, dass dem Centraldirektorium ein Militär vorstand, in diesem Fall Generalfeldmarschall Graf Moltke.