Der künstlerische Blick auf das Moor

Do. 24.10.2019 um 19:00 Uhr
Prof. Dr. Ludwig Fischer

Worpswede zehrt bis heute von dem Ruhm jener zwanzig Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, in denen das Dorf – das damals aus wenigen großen Höfen und ein paar Katen bestand – zur bekanntesten >Künstlerkolonie< Deutschlands wurde. Die ersten Maler, die 1889 in den vom riesigen Teufelsmoor umgebenen Ort kamen, waren fasziniert von der noch weitgehend bäuerlichen Lebenswelt und von der >Einfachheit< einer kargen Landschaft unter dem riesigen Himmel.
In den Bildern der Worpsweder Maler ist ein Blick auf die Moorlandschaft festgehalten, den genauer zu betrachten sich lohnt. Denn er verrät viel mehr als die >Entdeckung< eines landschaftlichen Raums, der für die urbanen Kunstexperten weitgehend unbekannt war. In der ästhetischen >Aufwertung< des Moores ist die ganze Dialektik unseres abgründigen abendländischen Naturverhältnisses enthalten. Darüber zu sprechen ist heute angesagt, wo in Deutschland der größte Teil der natürlichen Moore beseitigt ist und wo weltweit die Vernichtung der Moore nahezu ungebremst fortschreitet.

Treffpunkt: Kasse, Gebühr: Eintritt frei