MUSEALOG

MUSEALOG (www.musealog.de) ist eine Fortbildungsmaßnahme die sich an Kunsthistoriker, Historiker, Volkskundler, Kulturwissenschaftler richtet und eine museumsspezifische Weiterbildung in den Methoden der wissenschaftlichen Objektdokumentation mittels EDV und des allgemeinen Museums- und Kulturmanagements bietet. MUSEALOG bildet seit Mai 1997 angehende Museumsmitarbeiter aus und steht für die kooperative und dialoggeprägte Zusammenarbeit der beteiligten Museen. Die Teilnehmer/innen sind während des Projekts am Emsland Moormuseum mit der Erfassung und Dokumentation der Sammlungsbestände befasst. Parallel dazu erhalten sie eine Einführung in die Sammlungsdokumentation und -verwaltung und können an kleineren Projekten mitwirken.

MUSEALOG ist das gemeinsame Weiterbildungsprojekt

Das Emsland Moormuseum stellt einen bis zwei Ausbildungsplätze im Rahmen von MUSEALOG. Interessenten können sich an die Geschäftsstelle von MUSEALOG wenden – dort finden Sie auch den Termin für den nächsten MUSEALOG Jahrgang – oder sprechen in unserem Hause Herrn Ansgar Becker an.

Bei uns momentan beschäftigte Musealogen:

Markus Jähnichen M.A.

Studierte an der Technischen Universität Dresden Neuere und Neueste Geschichte und Politikwissenschaft. In seiner Abschlussarbeit „Bürger Dresdens. Vom Überleben einer „überholten“ Lebensform in der sozialistischen, „klassenlosen“ Gesellschaft der DDR.“ beschäftigte er sich mit (bildungs-)bürgerlichen Milieus in der Gesellschaft der ehemaligen DDR. Erste Museumserfahrungen sammelte er als Mitarbeiter in einem Ausstellungsprojekt des Bildungswerkes Weiterdenken in der Heinrich-Böll-Stiftung „brüche. DRESDEN | 1989 | DRESDEN“. Darüber hinaus beteiligt er sich als ehrenamtlicher Mitarbeiter an einem wirtschafts- und gesellschaftsgeschichtlichen Sonderausstellungsprojekt des Stadtmuseums Dresden.

Dem Emsland-Moormuseum sind in den letzten Jahren nach Auflösungen große landesbehördliche Fotobestände übergeben worden. Im Rahmen des MUSEALOG-Programmes arbeitet er u. a. an der wissenschaftlichen Aufbereitung und Inventarisierung dieser Foto- und Bildbestände mit dem Ziel der Erweiterung der Dauerausstellung. Er ist ebenfalls an der Konzeption des Sonderausstellungsprojektes zum Herbarium des Pfarrers Carl Lindner (1866 – 1947) beteiligt.

Dennis Theiß M.A.

Studierte Neuere Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg und schloss mit der Magisterarbeit „Bismarck und König Wilhelm I. (1861–1871)“ ab. Während seiner mehrjährigen Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Marburger Institut für Mittelalterliche Geschichte – hier zunächst im DFG-Sonderforschungsbereich/Transregio 138 „Dynamiken der Sicherheit“ (Teilprojekt A01 „Versicherheitlichung durch Geiselstellungen von der Antike bis zur Frühen Neuzeit“), später an den Lehrstühlen – fertigte er unter der Betreuung von Frau Prof. Dr. Verena Epp seine mediävistische Dissertation „Geiselstellungen im Corpus Iuris Civilis Kaiser Justinians und im Corpus Iuris Canonici“ an.  Diese wurde im Wintersemester 2018/19 angenommen und erfolgreich disputiert (Publikation in Arbeit).

Als Teilnehmer von MUSEALOG 2019 bearbeitet er u.a. das durch den Naumburger Pfarrer Carl Lindner (1866–1947) angelegte Moos-Herbarium, welches das Emsland Moormuseum 2018 übernehmen konnte. Die Untersuchung der Provenienz, biographischen Hintergründe und bryologischen Netzwerke soll in der Konzeption einer Sonderausstellung münden, die für das Jahr 2020 angedacht ist. Darüber hinaus beteiligt er sich an der Inventarisierung und Digitalisierung der historischen Fotobestände des Emsland Moormuseums.

Aktueller Arbeitsschwerpunkt MUSEALOG

Das Museum konnte in 2018 eine bedeutende Moossammlung übernehmen, die der in Naumburg/S. tätige evangelische Pastor und Naturforscher Carl Lindner (1866–1947) zwischen dem Beginn des 20. Jahrhunderts und 1934/35 anlegte und 1939 an August Göhner, einem Lehrer und angehenden Bryologen in Gohfeld/Westf., verkaufte. Göhner selbst schenkte die Sammlung 1973 seinem Enkel Andreas Schüring aus Werlte (Emsland).

Das Herbar enthält etwa eintausend Moosproben/Bestimmungen, die weitestgehend systematisiert in Einzelumschlägen gelagert sind. Es war zu Lindners Zeit üblich, dass der Sammler die gefundenen Moose zunächst selbst bestimmte, um diese dann an einen anerkannten Botaniker zur Gegenbestimmung zu übersenden. Moossammlungen liefern uns heute Belege für langfristige Umweltveränderungen. Dies aber nur dann, wenn sie erschlossen und somit vergleichbar sind. In Deutschland haben sich einige Moossammlungen erhalten, interessant ist daher, welche Forscher an der Bestimmung des vorliegenden Herbars mitgearbeitet haben, wie umfangreich die vorliegende Sammlung im Kontext bereits erschlossener Sammlungen ist und welche Erfahrungen/Erkenntnisse wir heute aus der Sammlung ableiten können.

Arbeitsaufgaben sind die digitale Erschließung des Bestandes sowie die Einordnung der Sammlung in den historischen und botanischen Kontext. Ziel ist eine Präsentation des Herbars im Rahmen einer Sonderausstellung sowie eine Publikation zur Einordnung.


Moosproben

Zeichnungen Torfmoose (teilkoloriert) Johannes Kaulfuß und Carl Lindner