Emsland Moormuseum
Kipppflug und Lokomobile
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Arbeiten und Leben im Moor
Binnenkolonisierung, Moorkultivierung und Torfwirtschaft in Nordwestdeutschland
Regionales Forschungsprojekt: Kartierung der Flora und Fauna auch in 2021
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Sammlung von Rang

Das Emsland Moormuseum ist die führende Einrichtung in Europa. Das Museum sammelt zur Geschichte von Moor und Torf, bewahrt, forscht und stellt aus. Die Entwicklung und der Bau von Torfabbaugeräten durch deutsche Firmen geschah oftmals im Kontext des europäischen oder sogar des außereuropäischen Marktes. Das Moormuseum kann aufgrund seiner umfangreichen technischen Sammlung diesen Themenbezug erfreulicherweise gut darstellen. Der seit Jahren forcierte Aufbau einer wissenschaftlichen Bibliothek fördert die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland und den Niederlanden. Die unzureichende Erforschung des technischen Torfabbaus, der Landnutzung und der Produktentwicklung im Bereich der Torfwirtschaft, bietet ein ganzes Spektrum an Ansätzen der zukünftigen wissenschaftlichen Arbeit. Historisches, geographisches, naturkundliches und technisches Schriftgut werden mit internationaler Ausrichtung gesammelt. Beispielhaft zu nennen sind die Sammlung „Richard“ am Emsland Moormuseum, mit mehr als 16 Regalmetern eine der bedeutendsten Spezialsammlungen zum Thema Torfabbautechnik sowie die Bestände der ehemaligen Torfforschung Hannover und des Torf- und Humusdienstes Bad Zwischenahn. Daneben besteht das Bildarchiv des Museums mit weit über 10 000 Fotografien zum Sammlungsgebiet. Hinzu kommen noch eine größere Anzahl von Fotoglasplatten und eine bedeutende Zahl Fotoalben. Einen herausragenden Stellenwert hat auch die Plansammlung mit technischen Zeichnungen zu den Themen Ödlandkultivierung, maschineller Torfabbau und regionaler Siedlungsgeschichte. Das Moormuseum ist bemüht seine Sammlungen kontinuierlich auszubauen. 

Naturparkzentrum im Internationalen Naturpark Bourtanger Moor

Das Bourtanger Moor besteht nach der wirtschaftlichen Nutzung und dem einhergehenden Landschaftswandel nur mehr aus Restmoorkörpern. Gleichwohl wurden diese Flächen in 2006 im deutsch-niederländischen „Internationalen Naturpark Bourtanger Moor – Bargerveen“ grenzüberschreitend zusammengefasst, u.a. mit den Zielen, die intakten Hochmoorflächen im Naturschutz zu stärken und die sich noch in Nutzung befindlichen Hochmoore dem Naturschutz zuzuführen. Daneben soll der Tourismus in dieser Region gefördert werden. Da in den nächsten 15 Jahren weitere abgetorfte und teilabgetorfte Flächen nach Renaturierung unter Naturschutz gestellt werden, wird der Naturpark weiter wachsen und arrondieren. Das Moormuseum bietet sowohl die historische als auch die ökologische Sachkompetenz in der Wissensvermittlung und fungiert als Naturparkzentrum.

Leitbild des Emsland Moormuseums

Das Emsland Moormuseum liegt in der Gemeinde Geeste im niederländisch-deutschen Grenzgebiet inmitten des Internationalen Naturpark Bourtanger Moor – Bargerveen. Es verfügt über ein 30 ha großes Außengelände, mit renaturiertem Hochmoorkörper und Siedlerhöfen, die mittels Feldbahn und Bohlenwegen erschlossen sind. Das Moormuseum besitzt zwei moderne Ausstellungshallen mit insgesamt 2500 m² Ausstellungsfläche und eine Museumsgaststätte. Der öffentliche Auftrag des Emsland Moormuseums ist das Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln von Sachkultur zu den Themen Moor und Torf des nordwestdeutschen Raumes. Das Museum orientiert sich hierbei an den Richtlinien des International Council of Museums (ICOM), des Deutschen Museumsbundes sowie des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen e.V.

Das inzwischen größte europäische Moormuseum pflegt eine einzigartige Sammlung zur Moorentstehung, -entwicklung und -kultivierung, zur Besiedlung, dem sog. Emslandplan, zur Torfgewinnung und -verarbeitung sowie zum Moorschutz und zu Fragen der Renaturierung von Mooren. Das Emsland Moormuseum wird als Museums- und Forschungsstandort national wie international geschätzt. Hierzu trägt die Vernetzung der wissenschaftlichen Arbeit des Museums mit Forschungseinrichtungen, Universitäten, Fachorganisationen und Schulen bei. Voraussetzung hierfür ist die langjährige Verankerung in der Region und mit seinen Bewohnern, die in der besonderen Trägerkonstellation als Verein deutlich wird, dem neben der Politik, der örtliche Heimatverein, der Emsländische Heimatbund und regionale Persönlichkeiten angehören.

Im Mittelpunkt der Arbeit aller Mitarbeiter des Emsland Moormuseums stehen die Besucher. Ihren Bedürfnissen und Wünschen gilt alle Aufmerksamkeit. So gewährleisten vielfältige museumspädagogische Angebote ein aktives Lernen, das große Außengelände und die in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Moorstandorte ermöglichen Ruhe und Erholung. Unser Ziel ist es, im Sinne des lebenslangen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung, allen Gästen positive emotionale Erfahrungen mit Mooren zu ermöglichen, um so das Verständnis für ein zumeist gestörtes Ökosystem zu schaffen. Der nachhaltige Umgang mit Mooren ist Vermittlungsschwerpunkt im Bereich Schule und Studium: interdisziplinär, abgeleitet aus der geschichtlichen Entwicklung, aktuelle, ökologische Kernthemen aufgreifend.

Jedem Mitarbeiter und jedem Arbeitsplatz des Emsland Moormuseums kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Alle Mitarbeiter verfügen über Kompetenz in der Sache, Verlässlichkeit bei der Arbeit, Vertrauen und gegenseitige Akzeptanz im Team. Nur so ist die Gegensätzlichkeit von sich stetig wandelnden Anforderungen an das Museum und die Unveränderbarkeit seines Auftrages in Einklang zu bringen.


Die Mitarbeiter des Emsland Moormuseums bei einem Besuch der Zeche Zollern, Dortmund Bövinghause

Entstehung des Emsland Moormuseums

Die Entstehung des Emsland Moormuseums geht auf den Heimat- und Verkehrsverein Groß Hesepe e.V. zurück. Mit dem Ende der Kultivierungsarbeiten im Rahmen des sog. Emslandplanes blieben in den 1970er Jahren Großgeräte der Fa. Ottomeyer, wie Dampflokomobilen, Tiefpflüge und Planierraupen im Emsland zurück. Die Maschinen hatten mit dem Abschluss der Erschließungsarbeiten ausgedient und wurden dem Heimatverein zu Ausstellungszwecken anvertraut. Hinzu kamen schon bald etliche Torfabbau- und Torfverarbeitungsmaschinen sowie Kleingeräte aus den Zeiten des bäuerlichen Handtorfstichs, die aufgrund des stetigen technischen Fortschritts in der Region keine Verwendung mehr fanden. Ein dem Heimatverein von der Gemeinde Geeste zur Verfügung gestellter Restmoorkörper von zunächst 20ha Fläche, wurde zur neuen Heimat dieser Maschinen. 1984 wurde dann eine Halle mit einem Verwaltungs- und Wohntrakt gebaut, welche zwei Jahre später durch einen Anbau um eine Ausstellungsfläche ergänzt wurde.

1992 konnte zwar noch ein weiteres Gebäude eröffnet werden, das die Verwaltung und die Museumsgaststätte aufnahm. Versuche das Moormuseum wirtschaftlich zu stabilisieren blieben aber erfolglos.  Nicht zuletzt aufgrund dieser Probleme, die nach Lösungen im Kontext der steigenden Bedeutung des Museums verlangten, kam es in den Jahren 2003/2004 zu einer Umstrukturierung. Mit dem Emsland Moormuseum e.V., dem der Landkreis Emsland, die Gemeinde Geeste, der Emsländische Heimatbund, der Heimatverein Geeste und Persönlichkeiten des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens angehören, wurde ein neuer Trägerverein gegründet. Zugleich wurde eine wissenschaftliche Leitung mit dem geplanten Um- und Ausbau des Emsland Moormuseums betraut. 

Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen

Im Rahmen eines gemeinsam mit dem Schmalspurmuseum in Erica (Niederlande) entwickelten grenzüberschreitenden EU-Förderprojektes „Spuren im Moor“ – „Spooren in het veen“ wurde die alte Ausstellungshalle des Museums in den Jahren 2005 und 2006 grundlegend renoviert. Hinzu kam die Neukonzeption und Gestaltung der gesamten Dauerausstellung. Die völlig neu konzipierte Ausstellungshalle hat nun etwa 1000 m² Ausstellungsfläche und gibt Auskunft über den Lebensraum Moor, beschreibt die Besiedlung der Moore und zeigt die Geschichte des Torfabbaus bis 1920. Die Ausstellungshalle beherbergt ein kleines Kino mit einer Auswahl historischer Filme.

Aufgrund des schlechten Zustandes der seit Jahrzehnten im Freigelände stehenden Objekte der Fa. Ottomeyer musste zudem eine Lösung gefunden werden, um den im Bestand gefährdeten Ottomeyerpflug sowie die beiden Lokomobile (technische Kulturdenkmale von internationalem Rang) dauerhaft zu schützen. Ein weiteres, rund um den Internationalen Naturpark Bourtanger Moor etabliertes Europa-Projekt, half dann schließlich den Bau einer zusätzlichen Ausstellungshalle zu finanzieren. Die im Sommer 2010 eröffnete neue Ausstellungshalle mit weiteren 1800 m² Ausstellungsfläche widmet sich im Erdgeschoss dem sog. „Emslandplan“, einer Raumneuordnung der 1950er und 1960er, die weite Teile der Region in ihrer Landschaft und Infrastruktur völlig veränderte. Im Obergeschoss sollen zukünftig die Ausstellungsthemen Torfabbau/Moorschutz und die Geschichte der Moorforschung für die Zeit ab 1930 gezeigt werden. Daneben erhielt die Halle eine zusätzliche Wechselausstellungsfläche.

Übersichtskarte

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