Regionales Forschungsprojekt: Kartierung der Flora und Fauna

Regionales Forschungsprojekt: Kartierung der Flora und Fauna

Das Projekt „Kartierung der Flora und Fauna“ wurde am Emsland Moormuseum seit 2015 entwickelt und war für die Jahre 7/2018 bis 5/2022 im Rahmen von LEADER und dem Landkreis Emsland finanziert. Im Mittelpunkt stand und steht fernerhin die Erfassung des Artinventars in den Schutzgebieten des Naturparks Moor sowie die Arbeit innerhalb eines Kartiernetzwerkes. In der Spitze kümmerte sich ein Team von etwa 40 Wissenschaftler/innen und Bürgerwissenschaftler/innen um die Erfassung der Arten – jede/r nach seiner/Ihrer Profession. Die in 2022 abgeschlossene Erstkartierung bildet die Datenbasis, um bei den nun anlaufenden Nachzählungen längerfristige Entwicklungen abzubilden. Ganz im Sinne des Citizen Science Ansatzes setzt das Projekt daher auf die ehrenamtliche Mitarbeit von kartierenden Bürgerinnen und Bürgern vor Ort.

Für die Datenerfassung ist eine Datenbank eingerichtet, Sie finden diese unter folgendem Link: https://leaderdatenbank.moormuseum.de/

Nach aktuellem Stand sind 1730 Tier- und 335 Pflanzenarten im Projektgebiet nachgewiesen. Darunter fanden sich Moorspezialisten wie Sphagnum pulchrum, Sphagnum medium, Vaccinium oxycoccus, Rhynchospora alba sowie Narthecium ossifragum. Bei den Tieren waren es etwa Acyloporus wagenschieberi, Heliotis maritima ssp. warnecki, Diarsia dahlii, Somatichlora arctica, Megachile analis, Formica picea, Pardosa sphagnicola, Gallinago gallinago, Vipera berus und Rana arvalis.

Nähere Informationen – auch zur Mitarbeit – erteilen wir gerne auf Anfrage.

Dr. Michael Haverkamp
Direktor
Emsland Moormuseum
Geestmoor 6
49744 Geeste
05937 7099913
haverkamp@moormuseum.de

gefördert von:

ausgezeichnet als:

Digitalisierung komplexer Überlieferungen

Digitalisierung komplexer Überlieferungen

Projekt: Digitalisierung komplexer Überlieferungen zwischen Literatur, Schrifttum und Archivalie – ein Modellversuch zur Prozessoptimierung

 

Die wissenschaftliche Bibliothek des Emsland Moormuseums beherbergt Schriftgut zum Themenspektrum Moor, Torf und Siedlungsgeschichte sowie Naturkunde. Darüber hinaus finden sich in den umfangreichen Sammlungen des Hauses Schriften, Bild- bzw. Fotomaterial, Zeichnungen sowie Grafiken zu den Themen regionale und überregionale Geschichte, Geografie und Technik. Bedeutend für die Sammlung des Emsland Moormuseums ist die Bestandsabgabe der drei großen Forschungseinrichtungen zu den Themenbereichen Moor, Torfgewinnung und Verarbeitung, landwirtschaftliche Nutzung sowie Fragen der Renaturierung. Namentlich sind das die Moor-Versuchsstation Bremen, die Versuchsanstalt für technische Moorverwertung an der technischen Hochschule Hannover, später übernommen vom LBEG, Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Hannover sowie der Torfforschung GmbH Bad Zwischenahn.

 

Im Rahmen des im August 2023 gestarteten Projekts  soll eine standardisierte Verfahrensstrategie erarbeitet werden, um komplexe Überlieferungen aus den Bereichen Bibliothek, Archiv, allgemeines Schrifttum und Fotografie im ursprünglichen, inhaltlichen Kontext zu digitalisieren, systematisieren und archivieren. Im Vordergrund steht das Ziel, auch zukünftigen Generationen historisches Wissen in seinem ursprünglichen Zusammenhang möglichst über das Internet frei zugänglich zu machen und das Wissen damit zu bewahren.

 

Ermöglicht wurde dieses wichtige Projekt durch die finanzielle Unterstützung der VGH Stiftung Hannover. Die Regionaldirektoren Herr Wagemann, Lingen sowie sein Nachfolger Herr Dr. Kottmann, Osnabrück informierten sich bei einem Vor-Ort-Termin am 14. August 2023 über die Details sowie den Beginn des Projektes.

 

Wissenschaftliche Betreuung: Markus Jähnichen, Tel: 05937 7099915

 

Binnenkolonisierung, Moorkultivierung und Torfwirtschaft in Nordwestdeutschland

Binnenkolonisierung, Moorkultivierung und Torfwirtschaft in Nordwestdeutschland

Binnenkolonisierung, Moorkultivierung und Torfwirtschaft in Nordwestdeutschland

Ziele des Projektes:

1. Die Aufsiedlung kultivierter und nichtkultivierter Moore wird in Hinblick auf die Motivation, Steuerung, Quantität und Dynamik vergleichend untersucht. Welche Entwicklung nahmen die Moorsiedlungen, die zunächst Satelliten der Zivilisation inmitten der Ödnis bildeten, innerhalb der Moorkultivierung und wie sind diese im Prozess zu bewerten? Welche wirtschaftliche Dynamik entfallteten die Moorsiedlungen und Moorsiedler? Wie sind die Lebensbedingungen der Siedler in den einzelnen Zeitläuften zu bewerten?
2. Die Torfindustrie wird spätestens 1920 zu einer Leitindustrie in ganz Nordwestdeutschland, nimmt erheblichen Einfluss auf die Kultivierung der Moore und bindet Kapital in der Region. Es wird erforscht, welche räumliche Verteilung die Torfindustriebetriebe in welchen Zeitabschnitten einnahmen, wie viele Arbeitskräfte beschäftigt waren, welche Produkte wie und auf welchen Wegen vermarktet wurden, welche Wirtschaftskraft die Betriebe entfalteten und welchen Einfluss die Torfabbauverbände auf wirtschaftliche und politische Entscheidungen nehmen konnten.
3. Bis heute sind die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Steuerungsmechanismen, die zur Moorkultivierung, Besiedlung und Torfnutzung führten, nicht hinreichend beschrieben. Insbesondere die Arbeit staatlicher Stellen in Preußen (u.a. die Zentrale Moorkommission) und die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsverbänden und Interessensgruppen wird aufgearbeitet.

Ansprechpartner: Dr. Michael Haverkamp, Telefon: 05937 709990

Abb.: Baggerkopf eines Schwarztorfbaggers der Fa. Wieland, um 1950 

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